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Zink und Botulinumtoxin: Wie hält die Wirkung von Botox länger?

  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen


Zink und Botulinumtoxin: Kann die Wirkdauer verlängert werden?

Botulinumtoxin ist biochemisch eine zinkabhängige Metalloprotease. Zink ist damit strukturell an der Wirkungsweise beteiligt, nicht nur ein Nebenaspekt. Genau das macht ein Phänomen erklärbar, das in der Praxis zunehmend Beachtung findet: eine mögliche Verlängerung der Wirkdauer durch begleitende Zinksupplementierung.


Was die Studienlage zeigt

Eine doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie von Koshy et al. (2012, Journal of Drugs in Dermatology) untersuchte die kombinierte Einnahme von Zinkcitrat mit Phytase. Bei 92 % der Teilnehmer verlängerte sich die Wirkdauer des Botulinumtoxins um durchschnittlich rund 30 %.

Eine neuere Tierstudie aus dem Jahr 2025 (Elgendy et al.) bestätigte den Effekt speziell am M. masseter, also genau dem Muskel, der bei der Bruxismus-Behandlung im Zentrum steht.



Einordnung

Die Datenlage ist bislang überschaubar und die vorliegenden Studien haben methodische Grenzen, unter anderem kleine Stichprobengrößen. Ein gesicherter Therapie

standard lässt sich daraus noch nicht ableiten. Der zugrunde liegende Wirkmechanismus ist jedoch biologisch plausibel, und die vorliegenden Ergebnisse sind konsistent genug, um das Thema in der Patientenberatung anzusprechen.


Praktische Relevanz

Für Patientinnen und Patienten, die nach Wegen fragen, die Wirkdauer ihrer Behandlung zu verlängern, ist die Zinksupplementierung ein Gesprächspunkt, der sich mit vertretbarem Aufwand einbringen lässt. Konkrete Dosierungsempfehlungen sollten dabei individuell und zurückhaltend kommuniziert werden, bis eine breitere Evidenzbasis vorliegt. Wir empfehlen 25mg Zink einmal täglich für 7 Tage vor und 7 Tage nach der Behandlung.


Der Kurs der Orofacial Academy


Dr. Dr. Nicolas Noetzel & Dr. Moritz Dyck sind Gründer der Orofacial Academy. Themen wie dieses gehören zu den praxisnahen Impulsen, die in unseren Hands-on-Kursen besprochen werden.



Quellen:

  • Koshy E, et al. (2012). Journal of Drugs in Dermatology.

  • Elgendy YS, Elzoghby S, AbuBakr N (2025) Journal of Stomatology, Oral and Maxillofacial Surgery.

 
 
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